Allgemein

Schatztruhe

Heute möchte ich mit Ihnen, liebe Gartenfreunde, etwas in der Schatztruhe Garten kramen. Jetzt zum Winterausgang hat man noch die Zeit den Garten etwas umzu-planen. Einiges was man vor Jahren geplant hat entsprach nicht so richtig den Vorstellungen oder mußte einem Umbau weichen. Die Gelegenheit etwas für die Nützlinge und Helfer im Garten zu tun. Wie wäre es mit einer Wildrose, z.B. Rose Glauca, der großen Hechtrose, sie hat blaurote Blätter und karminrote Blüten, mit einem weißen Innenteil. aber das wichtigste sie hat eine offene Blüte. Diese ist sehr wichtig für die Bienen und Hummeln, die so besser bzw. überhaupt an die Blüte kommen. Der Wuchs der Rose ist anmutig und sie wird bis zu 3m hoch, die anpassungsfähige Rose hat orangfarbene Hagebutten und nimmt mit trockenem und steinigem Boden vorlieb. Sie paßt gut zu Felsenbirne, Bibbernde- und Hundsrose, zu Berberitze oder Liguster. sie verdrängt ihre Nachbarn nicht , kann aber auch als Solitär stehen. Wichtig für Wildbienen, Blattwespen, Hummeln, sowie 27 Vogel- und 19 Säugerarten. Sie wird in unseren Gärten leider nur noch selten angebaut.
Oder wie wäre es mit der schwarzen Apfelbeere (Aronia melanocarpa). Dieser Strauch wird ca. 1 m hoch und bis zu 2 m breit, etwas für trockene Böden und Halbschatten. Sie gehört zu den Rosengewächsen und kommt aus Nordamerika. Ihre zahlreichen weißen Blüten öffnen sich im Mai und sind wichtig für Insekten. Ab August trägt sie violett – schwarze, erbsengroße Früchte. Man kann sie für die Gelee-, Wein- und Likörherstellung verwenden. Oder vielleicht kann man sie auch für die Vögel als Winterfutter hängen lassen. Das Laub färbt sich im Herbst braunrot. Die Apfelbeere ist extrem winterhart, neigt aber etwas zu Wurzelausläufern.
Für den Teichrand oder das Staudenbeet würde sich gut das echte Mädesüß eignen, mit seinen gelblichweißen Blüten, die stark nach Honig duften paßt es gut zu Wiesenraute, Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Kukuckslichtnelke und Gilbweiderich. Die Blüten sind wichtig für Wild- und Honigbienen, Schwebfliegen, Grabwespen. Der Samen wird von Dompfaff und Zeisig geliebt.
Der Wasserdost paßt ebenfalls gut an den Teichrand oder auch in feuchten, lockeren Ton- oder Lehmboden. Für Taglilien, Eisenhut, Storchenschnabel, Blutweiderich und Sonnenhut ein guter, etwas konkurenzstarker Nachbar. Für Tagfalter, Wild- und Honigbienen, sowie den Hummeln ist die Blüte wichtig, die Finkenvögel mögen den Samen.
Da wir bei unserem Kramen in der Schatztruhe gerade am Teich angelangt sind, frage ich Sie: Wußten sie das unsere einheimischen, winterharten Teichpflanzen eine immense Bedeutung für unsere Nützlinge haben? Ich möchte Ihnen nur einige davon vorstellen.
Die Schwanenblume pflanzt man bis max. 30 cm Tiefe an den Teichrand. Sie erreicht eine Höhe von 40-130 cm und wuchert nicht, die kugelige weiße Blüte öffnet sich im Juli/ August.
Mit ihren weißrosa Blüten ist die Wasserfeder für Uferränder, bis max. 40cm Tiefe, und Sumpfbeete geeignet, sie ist auch noch im Halbschatten zufrieden. Sie ist etwas kokurenzstark, d.h. sie wuchert ein wenig, ihre Blütezeit ist von Mai – Juni.
Eine Alternative für kleine Teiche und die Seerose ist die Seekanne. Sie ist sehr selten geworden , hat gelbe Blüten und gehört zu den Schwimmblattstauden. Sehr gut geeignet für Naturteiche in tieferen Zonen. Blütezeit Juni – September
Die Wasserlobelie, mit hellvioletten Blüten, eignet sich für eine Wassertiefe bis 50 cm und ist auch für Wassertröge geeignet. Die Blütezeit ist von Juli bis August.
Ebenfalls zu erwähnen ist die anpassungsfähige Sumpfschwertlilie, sie zeigt ihre schwefelgelben Blüten von Mai bis Juli. Eine dekorative Halbschattenpflanze für Sumpfzonen, Flachwasserbereiche, Tröge und Wasserkübel. Pflanztiefe bis max. 20 cm.
Sehr selten ist auch die Sumpfcalla, eine kriechende Staude für Flachwasserzonen, Sumpfbeet oder Kübel, die auch noch im lichten Schatten gedeiht.
Nicht zu vergessen die anpassungsfähige Sumpfdotterblume, die für viele Bereiche am und im Teich geeignet ist.
Auch der Tannenwedel mit seiner zwar unscheinbaren Blüte ist für tiefe und flache Zonen wichtig.
Es gäbe noch so viele zu nennen: Beinwell, Sumpfziest, Wasserminze, Blutweiderich und und und……….
All‘ diese Teich- und Sumpfzonenpflanzen, die sich wunderbar in schon bestehende Teichanlagen integrieren lassen, sind wichtige Nahrungsquellen im Blütenbereich für Hummeln, Bienen, Wildbienen, Tagfalter und Schwebfliegen. Der Unterwasserbereich ist Laichplatz für Frösche, Molche und Libellen, sowie Versteck und Raubrevier für die geschlüpften Libellenlarven und Molche.
Jetzt mache ich den Deckel der Schatztruhe zu und wünsche Ihnen gutes Gelingen beim Um- und Neugestalten.

Schmetterlingsgarten

Wie wäre es mit einem Schmetterlingsgarten? Ihr Garten ist zu klein?
Glaube ich nicht! Sie lieben Rosen und Rhododendren über alles und haben keinen Platz für solchen „Schnick-Schnack“! glaube ich Ihnen auch nicht. Sie wissen nicht viel über Schmetterlingspflanzen. Das glaube ich schon eher und da möchte ich Ihnen etwas behilflich zu sein. Es gibt heute leider immer weniger Schmetterlinge. Einige Arten sind mittlerweile schon ausgestorben, andere stark bedroht. Die erste wichtige Voraussetzung ist der Verzicht auf Chemie im Garten. Oft sind Schmetterlinge mit der Umgebung verbunden, wo sie als Raupe aus den Eiern geschlüpft sind und entfernen sich nie von diesem Ort. Andere führen richtige Wanderungen durch, wie die Zugvögel. Im Garten müssen also geeignete Pflanzen für die Eiablage wachsen, die Nahrung für die Raupen liefern und Nektar für die Schmetterlinge bieten. In einer stillen, sonnigen Ecke des Gartens, wo sie nicht stört, sollte man die große Brennessel wachsen lassen. Wichtig für Admiral, Distelfalter, Kleiner Fuchs und das Tagpfauenauge zur Eiablage und als Futterpflanze für deren Raupen.
Im Staudenbeet kann man im Frühjahr mit Schneeglöckchen(Galanthus nivalis)und Narzissen( Narcissus pseudo-narcissus) beginnen ( – da fliegt der Schmetterling schon??????????mhm!)
Die Reihe setzt sich mit den Primeln ( Primula vulgaris), Märzenveilchen( Viola odorata, Ackerstiefmütterchen(Viola tricolor) und in einer Ecke mit Löwenzahn fort. Vielleicht haben Sie auch Liguster und Schlehe im Garten zu stehen, deren Früchte nicht nur Vögeln von Nutzen sind, sondern auch für die Schmetterlinge Nektar liefern, gerade nach der Winterruhe. Im Sommer setzt sich der Nektar – Reigen fort: Mit Kräutern, die durchaus auch ins Staudenbeet passen, wie Salbei, Lavendel, Ysop, Zitronenmelisse, Origanum, Thymian, auch der Dill für den Schwalbenschwanz gehört dazu. Oder dem Mauerpfeffer (Sedum reflexum), dem gemeinen Seifenkraut (Saponaria officinalis), und der großen Fetthenne (Sedum telephium). Ebenfalls eignen sich Margariten, Astern, Dahlien(-aber nur die ungefüllten), Hartriegel, Hopfen, Buddleja, und Geißblatt. ein übriges kann man noch mit Kornblumen, gemeiner Goldrute, Minze, Kornrade und der wilden Karde tun. Die große Fette Henne blüht bis in den Herbst hinein, auch die gemeine Waldrebe blüht jetzt und der Efeu lockt mit seinen gelben Blüten ( – da muß er aber schon sehr alt sein, ne‘!) viele Falter an.
Einige Arten entwickeln im Herbst eine Vorliebe für faulende Äpfel und Birnen, regelrecht „verrückt“ danach sind der Admiral, C-Falter(????) und Distelfalter.
Sie sehen es ist gar nicht so schwer, Schmetterlingslieblingspflanzen mit in den Garten zu integrieren.
Ich wünsche ……….

Schnecken

Kennen sie Pflanzen, die Schnecken nicht mögen?
Erinnern Sie sich liebe Gartenfreunde noch an alte Bauerngärten?
Die Beete waren zum großen Teil mit Buchsbaum eingesäumt. Zum einen sah es schön aus und zum anderen hatte es einen Grund. Er war eine ideale Schneckensperre. Den Geruch mögen sie überhaupt nicht und wenn er eng genug steht meiden sie diesen Bereich. Ebenso kann man natürliche Sperren mit kleingeschnittenem Farn oder Salbei, auch gemischt, anlegen. Auch Tomatenlaub ist ihnen zuwider. Wenn man die Beete damit dich umrandet hält es 8-10 Wochen vor. Auch Tannennadeln lassen sich als Barriere verwenden, es piekst ihnen zu sehr. Das gleiche gilt für Rindenmulch, Getreidespreu oder scharfen Sand. Steinmehl mögen sie ebenfalls nicht. die Pflanzen die damit eingestäubt werden, lassen sie in Ruhe, vielleicht knirscht es zu sehr auf ihrer Raspelzunge. Ein Belag mit Algenkalk hält zusätzlich Kartoffelkäfer, Erdflöhe und Lauchmotten ab. Diese beiden Mittel fördern mit ihren Spurenelementen auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen, gleichzeitig sind sie ein mildes wirksames Mittel zur Pilzbekämpfung und Bodenverbesserung. Nach Regenfällen sollte die Behandlung wiederholt werden. Sollten Sie Bierfallen aufstellen, bitte sehr! Dann aber nicht im Gemüsebeet, sondern davon weglocken. Da auch Nachbars Schnecken garantiert zu Besuch kommen. Alle mögen kein Bier, aber ihren Salat.
Bei den Zierpflanzen gibt es auch eine ganze Reihe, die sie nicht mögen. Löwenmäulchen, Seifenkraut, Lavendel, Schafgarbe, Lungenkraut, Akelei, Günsel, Ringelblumen, Campanula Arten(???????), Storchenschnabel, Japan-Anemone, Grasnelken, Mädesüß, Vergißmeinnicht, Eisenhut, Pfingstrosen, Wiesenraute, Veilchen, Gänsekresse, Steinkraut, Frauenmantel, Gold-Wolfsmilch, Sedum- Arten, Nelkenwurz, alle Distelarten und und und………
Das gleiche gilt für Gemüse und einige wenige Kräutersorten, z.B. Pastinaken, Kartoffeln (bedingt), Tomaten, Bohnen ( blaue Sorten) Feldsalat, Grünkohl, Zitronenmelisse, Oregano, Liebstöckel, Borretsch, Knoblauch, Weinraute, Tripmadam, Thymian, Gartenkresse. Natürlich haben nicht alle Schnecken den gleichen Appetit auf bestimmte Sorten und jedes Jahr ist auch nicht gleich. sie werden sicher auch andere Erfahrungen gemacht haben. In einem Jahr hatten auch wir wahre Gesundheitsapostel unter den Schnecken. Ihre Hauptangriffspflanzen waren auf einmal Minze, Dill und Petersilie, sowie Estragon.
Am wirksamsten ist immer noch das Absammeln und Übergießen mit kochendem Wasser. Schneckeneier beim Grubbern oder Umgraben offen liegen lassen. Die Amseln sind ganz scharf darauf, ( würde ich mich nicht darauf verlassen!)außerdem trocknen die Eier an der Luft aus und gehen auf diese Weise kaputt.
Das allerwichtigste aber ist, den natürlichen Schneckenfeinden wie Igel, Frosch, Amsel, Drossel(Fink und Star) Kleiber, Blindschleiche und Eidechse Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten zu schaffen. Warum fressen Schnecken eigentlich keinen Giersch, keine Quecke, Zaunwinde usw?? Dann könnte man sie sogar ein bißchen mögen, aber s o o….

Südgelände

Waren Sie schon mal in Schöneberg, im dortigen Südgelände? Nein! Nun, das ist nicht weiter von Belang, bis vor kurzem. Denn es hat sich einiges getan im Kleingartengelände von Schöneberg/Friedenau. Vielleicht erst einmal etwas zum Gelände: Es gibt dort noch rund 2700 Gärten, in 29 Kolonien.
Kleingärten wie überall in der Stadt. Sie kennen das sicherlich. Reine super Gemüsegärten, reine Park- und Ziergärten, sogenannte 3R Gärten, Gärten die anscheinend gar keinen Besitzer haben, Gärten vorbildlich mit kleingärtnerischer Nutzung und Nützlingsförderung und besenreine Gärten.
Diese Mischung findet sich überall wieder, also nichts worüber man schreiben könnte, oder doch?
Wir, die Gartenfachberater vom Bezirksverband der Kleingärtner Schöneberg/ Friedenau e.V. haben uns lange überlegt, wie man gerade diesen „Laubenpiepern“ „Natur Pur“ schmackhaft machen kann und sie anregen Nischen zu schaffen für die ach so wichtigen, kleinen Helfer im Garten um die Chemie vor der Türe zu lassen.
Wie kann man Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Wildbienen und Wildwespen, Fledermäusen, Igel und Vögeln eine Bleibe schaffen? Mit wenigen Mittel und Material das in den Gärten vorhanden ist und etwas das jeder mit etwas Geschick selbst bauen kann.
Mit Genehmigung aus dem Rathaus Schöneberg haben wir begonnen einen ökologischen Lehrpfad zu errichten. Er beginnt am Vorarlberger Damm in der Kolonie Heiterkeit, führt durch die Kolonie Sommerheim und endet in der Kolonie Grüne Aue. Es gibt ein breites Rahmengrün, wo wir zusätzlich mit Hilfe des NGA Schöneberg noch nützlingsfördernde Gehölze angepflanzt haben. Es wurde mit den anliegenden Kleingärtnern gebastelt, gewerkelt, gestrichen, Stroh gestopft, Federsäcke gefüllt und und und….
Florfliegenkästen wurden aufgestellt, Nistkästen angebracht, Trapnester, Blumen-töpfe für Ohrwürmer, markhaltige Stängel angehangen. Stubbengärten, Totholzwände, Mehrzweckhäuschen, Insektenhotels, ein großer Schaukasten mit Dachbegrünung und Infotafeln wurden aufgestellt.
Wir haben unsere freien Samstage geopfert, um dieses alles zu schaffen. Auch die Igelschützer haben sich uns angeschlossen um Verständnis und Wissen zu vermitteln. Besucher die durchgehen sind begeistert und haben unsere Arbeit gelobt und uns aufgefordert doch bitte weiterzumachen. Für Sie, die keinen Garten haben, öffnet sich ein Fenster zur Natur. Sie stellen viele Fragen, die wir gerne beantworten, um das sensible Gefüge Natur zu erklären.
Es haben sich immer wieder Gruppen für Führungen angemeldet. Das nehmen wir natürlich gerne war. Unsere Laubenpieper kommen vorbei, erkundigen sich nach Bauplänen und haben auch schon selbst gewerkelt und „ihre“ Objekte aufgestellt. Sie geben ihr Wissen darüber gerne an Besucher und Gartenfreunde weiter.
Ein ganz simples Beispiel sind die Federsäcke, die ich anderer Stelle schon einmal vorgestellt habe. Wir hingen sie zur Brutzeit auf, nur wenige Minuten vergingen und die Vögel holten sich das weiche Polstermaterial für ihre Wohnungen. Besser konnte man das Objekt und deren Funktion nicht erklären, schade das wir keinen Fotoapparat zur Hand hatten.
Sie fragen sich jetzt sicher, warum erzählt sie uns das alles. Ganz einfach, ich möchte Sie auffordern: Schauen Sie sich das Gestaltete an und werden Sie aktiv, um den Nützlingen ihre angestammtem Plätze zu erhalten. Vieles wurde aus Unwissenheit vernichtet, aber wir brauchen die fleißigen Tierchen mehr als manche wahr haben wollen.
Wie wollen Sie Ihren Enkelkindern einen Schmetterling, einen Marienkäfer, eine Hummel oder Florfliege erklären, wenn Sie in Ihrem Garten keine Futter- und Nektarpflanzen haben. Wenn sie einen klinisch reinen, sterilen Garten ohne Mulchschicht, keine Nistkästen oder Nistgehölze haben. Geben Sie sich einen Ruck und helfen Sie Nischen zu schaffen für die Tiere. Wenn die Chemie außen vorbleibt ist das gut für Mensch‘ und Tier.
Machen Sie mit! Das ist Öffentlichkeitsarbeit an der Basis.
Wir haben es nicht bereut, es bestätigt unsere Arbeit.
Unser Wissen auf diese Art weiter zu vermitteln und das das Lernen nicht umsonst war.
In diesem Sinne packen wir’s an!

Teich

Glauben Sie an Märchen? Nein! An Wunder? Auch nicht?
Na, dann wollen wir doch mal sehen!
Haben Sie einen Teich? Ja!
Nun, dann gehen Sie doch mal wieder auf Fotosafari.
Setzen Sie sich an einem schönen Sommertag an den Teichrand und warten.
Warten? Worauf?
Gehen Sie in Gedanken noch mal zurück an die Stelle in Ihrem Gartenleben als es dort noch keinen Teich gab. Was war an dieser Stelle? Rasen? Oder eine Stelle wo nichts so recht wachsen wollte? Rasen mähen kann nerven, tote Ecken im Garten sind langweilig. Also haben Sie sich eines Tages entschlossen, die Ärmel hochzukrempeln und den Garten auch. Sie haben Bücher gewälzt, Kataloge bestellt, Freunde und Bekannte befragt, sich Teiche angeschaut, vielleicht auch den einen oder anderen Vortrag angehört. Nun waren Sie nicht mehr zu bremsen. Die ganze Familie wurde eingespannt, alles sollte so aussehen wie in den bunten Katalogen. Es wurde gewerkelt, geplant, Erde bewegt. Egal ob Sie einen Folien- oder Fertigteich anlegen wollten, es hatte Sie gepackt. Sie wollten ein Refugium, ein Feuchtbiotop schaffen für alle gefährdeten Tier rundum. Sie haben alles bedacht, Tiefwasserzonen, haben Flachwasser- und Sumpfzonen geschaffen und auch die Saugsperre rund um den Teich nicht vergessen. Jetzt, nachdem Substrat und Wasser an Ort und Stelle waren, kamen die Pflanzen an die richtige Stelle, sogar an die Schwimmblattpflanzen haben Sie gedacht. Haben am Teichrand mit Steinen Lebensräume als Unterschlupf und Winterquartier für die Tiere geschaffen. Alles war fertig, die Blasen an den Händen vergessen, die Familie grollte auch nicht mehr, Sie waren rundum zufrieden.
Aber, wo waren die Tiere, für die Sie sich so geschunden und geplagt hatten. Erinnern Sie sich? Sie haben gewartet. Lange. Ein Weilchen schon, oder? Und einen schönen Tages, Sie wollten schnell am Teig vorbei. Stop, da war doch was. Da waren die Tiere. Nach und nach wurden es mehr. Frösche, Molche, Libellen usw. Sie trommelten die ganze Familie zusammen, alle freuten sich mit Ihnen. Sehen Sie und das ist ein Wunder. Ein Wunder der Natur, bei dem Sie mit geholfen haben, dass es eines wurde. Machen Sie schöne Fotos, bis zum nächsten mal……………..

Trockenmauer

Heute möchte ich Ihnen eine neue Möglichkeit für Nützlinge vorstellen.
Sie haben vielleicht schon mal mit dem Gedanken gespielt eine Trocken-mauer anzulegen. Aber die braucht doch recht viel Platz, man braucht sehr viel Material dazu. Außerdem kann es leicht passieren, dass der Frost sie hochdrückt und es entstehen Schäden, die nicht so einfach zu reparieren sind. Auch ein Steingarten war bei einer Umgestaltung im Gespräch, aber auch dafür ist zuwenig Platz in sonniger Lage. Wie wäre es dann mit einem Steinhaufen aus kleinen, großen und runden Feldsteinen? Ein sozialer Wohnungsbau für Eidechsen, Hummeln Wildbienen und Käfern. An einem sonnigen Platz, vielleicht im Anschluß an einen Teich, wird der Boden etwa ca. 10 cm abgetragen, eine ebene Fläche geschaffen und mit Kies eine Dränage eingepaßt. anschließend werden die Steine, große nach unten, sorgfältig mit einer Schräg zur Mitte von allen Seiten gestapelt. Er sollte eine große Stabilität haben. Die Zwischenräume werden zum Teil mit Sand ausgefüllt, kleine H0ohlräume sollten bleiben. Es können auch kleine Stubben oder stärkere Aststücke mit Bohrlöchern eingearbeitet werden. Lücken können gleich noch mit einigen kleinen Steingartenstauden, die Nützlinge anlocken, bepflanzt werden. Dazu eigenen sich u.a. z. B. Thymian, Lerchensporn, Lungenkraut, Günsel, Gundelrebe, Sedumarten, Glockenblumen, Dachwurz, Steinbrecharten, Steinkraut, scharfer Mauerpfeffer, Polsterphlox und Steinsamen.
Nicht zu viele, da die Sonne ja die Steine aufwärmen soll, damit Eidechsen und andere Untermieter Aufwärmplätze am Morgen haben. Auch kleine flache Sandplätze für Sonnenhungrige können eingeplant werden.
Viel Spaß beim „Steinreichen Wohnungsbau!“

Wanze

Können Sie sich noch an das Kinderlied „Auf der Mauer , auf der Lauer sitzt ne‘ kleine Wanze“ erinnern? Gemeint sind damit sicher nicht die Bettwanzen, sondern Nützlinge in unserem Garten. Sie fangen sich an zu kratzen. Keine Panik, diese Tierchen tun Ihnen nichts, im Gegenteil.
Ich meine auch nicht die, die Pflanzensäfte saugen und bei uns einigen Schaden anrichten, sondern die Wanzenarten die Körpersäfte von anderen Artgenossen saugen. Mit ihrem Saug- und Stechapparat sind sie sehr erfolgreich. Sie haben solche merkwürdigen Tierchen in Ihrem Garten noch nie gesehen? Kann nicht sein, Sie wußten vielleicht nur nicht, dass es sich um Wanzen, die zur Ordnung der Schnabelkerfe gehören, handelt. Es sind kleine Räuber die Jagd machen auf Blattläuse, Spinnmilben, Zikaden kleine Raupen von Wickler und Gespinnstmotte, Blattsauger, Blutläuse usw. Es gibt ca.50 Raubwanzenarten, wovon einige in unseren Gärten mächtig aufräumen. Zu ihnen Sichel-, Blumen-, Weich- und Baumwanzen. Nehmen wir z.b. die Blumenwanzen, die pro Tag bis zu 100 Spinnmilben aussaugen können. Es gibt unter ihnen kleine zarte Arten, die außer Spinnmilben auch Gallmückenlarven auf ihrem Speiseplan haben. Die größeren Arten unter ihnen haben vorwiegend Blattläuse und Blutsauger in ihr Menü eingeplant.
Mit ihrem kräftigen Rüssel, der unter die Körperunterseite eingeklappt werden kann, erstechen sie ihre Opfer und saugen sie aus. „Klein, aber oho“, ist der „Kleine“Put“ ( Oriens minutus). Er ist zwar nur 2,5 cm groß, aber im Frühjahr schon, bevor die Knospen sich öffnen unterwegs auf Raubzug gegen Spinnmilbeneier. Aber er nimmt auch Spinnmilben, Räupchen, und kleine Blattläuse. Raupwanzen werden heute auch ganz gezielt im gewerblichen Obstanbau mit Erfolg eingesetzt und schützen uns somit vor zuviel Chemie bei gekauftem Obst. Wieder andere sind ganz närrisch auf die Larven des Kartoffelkäfers, Spinnen und Fliegen.
Was fast alle Arten etwas unsympathisch macht, ist ihr Geruch. Bei Gefahr scheiden sie aus ihren Stinkdrüsen ein Sekret aus, Wanzengeruch der sogar andere Insekten töten kann. Eines haben alle gemeinsam, das große Halsschild und zwischen den Deckflügeln ein dreieckiges Schild. Das sich farblich sehr von dem übrigen Körper unterscheidet. Ihre hellgelben Wintereier legen sie in Rindenritzen oder auf die Rinde von Zweigen. Einige Arten überwintern als Ei, einige als Larve, andere als Vollkerf. Manche haben eine Generation, andere wieder 2-3. sie leben im Gebüsch, auf Bäumen, auf Gräsern im Bodenbereich, ja nach Art verschieden. Aber immer im sonnigen Bereich.
Gehen Sie doch mal auf Entdeckungstour mit der Lupe durch Ihren Garten.

Winterfest

Sie haben jetzt sicher schon Ihren Garten winterfest gemacht? Haben Sie auch daran gedacht, Gräser und samentragende Stauden stehen zu lassen? Viele Vögel sind dankbar für diese Futterquelle in der kalten Jahreszeit. Auch die Früchte von Berberitze und Heckenrosen werden nicht verachtet.
Ist das Laub alles säuberlich weggefegt? Schade!
Es wäre für die Nützlinge ( Marienkäfer, Regenwürmer, Laufkäfer, Spinnen) eine warme Winterdecke gewesen. Auch das Rotkehlchen sucht in dicken Laubschichten nach Nahrung. Sie haben den Sack noch nicht weggefahren? Nun, dann ganz schnell eine Ecke findet sich bestimmt um noch einen Unterschlupf zu schaffen. Legen Sie ruhig ein paar Zweige darüber, so kann der Wind das Laub nicht durch den Garten wirbeln.
Haben Sie auch an die Nistkästen gedacht? Sie sollten gereinigt in den Winter gehen, in den kalten Nächten werden sie gerne als Übernachtungsquartier von Vögeln genutzt. Man hat schon einmal 16 Zaunkönige morgens aus einem Nistkasten fliegen sehen.
Falls Sie im Winter ein Futterhäuschen aufhängen, denken Sie daran, ein Futtersilo ist sauberer und gesünder für die Vögel. sie verschmutzen nicht ihr eigenes Futter, das zu Krankheiten führen kann. Das Silo ist für die Körnerfresser, Meisenknödel und Nußsäckchen für die Nußknacker unter ihnen ( Kleiber, Buntspecht, Meisen) leicht angefaulte Äpfel, Früchte von Ebereschen, Schlehe, Berberitze, Hagebutten, Feuerdorn für die Weichfresser unter ihnen.
Hat sich Ihr Igel schon selbst ein Winterquartier gesucht? An einer Stelle, wo Sie nicht mit gerechnet haben? Ihm gefiel der Platz besser als die gebaute, von Ihnen gut geplante Behausung. Lassen Sie ihn dort, vielleicht haben Sie noch ein Stück Teichfolie oder Dachpappe übrig und legen sie zusätzlich über das Nest, es schützt vor Nässe. Was macht die Erdkröte aus Ihrem Staudenbeet? sie können noch schnell ein einfaches Winterquartier für diesen Nützling bauen. Heben Sie eine flache Mulde im Beet aus, füllen etwas Laub hinein und legen eine Steinplatte oder eine Holzbohle darüber, das genügt schon.

Arbeit im Koloniegarten

Am 14. April haben wir ab 10.00h im Koloniegarten einige Arbeiten durchgeführt.

Zum einen wurden die Regenrinnen gereinigt .

Außerdem wurde die Terrasse vor der Laube neu verlegt.

Es waren sehr viel Helfer da und wieder auch ein paar neue Pächter, so daß die Arbeit super erledigt wurde und den Beteiligten auch Spaß gemacht.

Am 28. geht es dann am Hang weiter.